Unser öffentliches und gesellschaftliches Leben ist nun seit einiger Zeit in vielen Bereichen runtergefahren. Wie die Menschen in vielen Ländern weltweit müssen wir den Ausnahmezustand einüben. In den notwendigen Einrichtungen der Gesellschaft, im Gesundheitswesen, in den Krankenhäusern, in der öffentlichen Versorgung, in den Krisenstäben, in der Politik arbeiten die Menschen bis zur Erschöpfung.

Wir leben im Corona-Krisenmodus. Still sind die Städte, auch Wuppertal. Es ist in dieser Fastenzeit ein unfreiwillig radikales Verzichten. Unsere Lebensgewohnheiten und Freiheiten sind stark eingeschränkt. Da fällt zuhause nicht nur Kindern die Decke auf den Kopf. Es ist hart, nicht mehr die alten Eltern, die in einem Altenheim leben, besuchen zu dürfen. Alles mit dem einen Ziel, Ansteckungen zu vermeiden und die Ausbreitung der Pandemie einzudämmen. Dankenswerterweise läuft es weitgehend gut bei uns. Die meisten Menschen zeigen sich einsichtig und handeln verantwortlich. Wir brauchen einen langen Atem, Geduld und Gemeinschaftssinn. Und wir wissen aktuell nicht, wie lange wir zum Schutz des Lebens besonders der Schwächeren und Älteren so weitermachen müssen. Auch diese offene Frage müssen wir wie viele andere Fragen gemeinsam aushalten. Das Virus wird noch mehr Menschen das Leben kosten. Wahrscheinlich wird uns der Karfreitag näher gehen als sonst. Italien erleidet jetzt schon eine schreckliche Passion.
In diesem Jahr können wir Christen unser höchstes Fest, das Osterfest nicht wie sonst feiern. Wir werden andere Formen finden, sowie jetzt schon viele neue Ideen und Angebote in den Gemeinden zeigen, dass wir anders im Glauben verbunden und für die Menschen da sein können. Christen glauben an den Heiligen Geist, der zum Guten stärkt. Der Geist Gottes ist nicht kurzatmig. Seien wir es in dieser Krise auch nicht.
Haben Sie ein starkes Herz, Geduld und klaren Verstand. Bleiben Sie Gott befohlen und gesund.

Stadtdechant Pfr. Dr. Bruno Kurth