Wuppertals Oberbürgermeisterin Miriam Scherff entzündet die Stadtkerze in der Basilika St. Laurentius.

Beim Laurentiusempfang des Katholikenrats Wuppertal hat Oberbürgermeisterin Miriam Scherff erstmals die Stadtkerze entzündet. Beim anschließenden Empfang ging es vor allem um die Zukunft der katholischen Kirche.
In der Basilika St. Laurentius entzündete Scherff die Stadtkerze. Stadtdechant Bruno Kurth sprach dazu den Segen. Die Kerze stehe symbolisch für Menschen, die „Hilfe und Schutz benötigen“. Die Predigt der Festmesse hielt Pfarrer Norbert Grund, der die Rolle des heiligen Laurentius als Märtyrer in den Mittelpunkt stellte. Er nahm den Begriff des Märtyrers etwas genauer unter die Lupe, vor allem wegen der sich jährenden Anschläge auf das World-Trade-Center „Ein Märtyrer setze sein eigenes Leben ein, um andere zu schützen und nicht um anderen zu schaden. Das ist das Gegenteil von Märtyrertum“, sagte Grund. Als Beispiel für ein sinnhaftes Märtyrertum verwies Grund auf das Ehrenamt: „Fast jeder zweite Wuppertaler und Wuppertalerin engagiert sich freiwillig zum Wohle dieser Stadt.“
Katholikenrat fordert mehr Verantwortung für Frauen
Beim anschließenden Empfang im Katholischen Stadthaus stellte die neue Vorsitzende des Katholikenrats, Barbara Reul-Nocke, den neuen Vorstand vor. Sie sprach sich zudem für eine Kirche aus, die Veränderungen zulässt und Frauen mehr Verantwortung überträgt. „Ich bin gerne katholisch“, bekräftigte sie. In ihrer Erläuterung, wie sie diese Haltung verstanden wissen möchte, ging sie auch kritisch mit ihrer Kirche ins Gericht: „Nach den Missbrauchsfällen hat die katholische Kirche erheblich Vertrauen verloren“, sagte Reul-Nocke. Sie wünsche sich künftig eine Kirche, die noch genauer zuhört, sich bei der Gefährdung von Menschenwürde stärker einmischt und für mehr Zusammenhalt in der Gesellschaft einsetzt – und nicht zuletzt gerechtfertigte Kritik aushält.
Zum Abschluss sprach Martin Rose, Vorstandsmitglied im Diözesanrat der Katholiken im Erzbistum Köln und Stabsoffizier der Bundeswehr. Er erläuterte, warum er sich trotz seines christlichen Menschenbildes für den Dienst in der Bundeswehr entschieden hat. Denn „wer den Frieden wünscht, bereitet den Krieg vor“, zitierte Rose unter anderem ein lateinisches Sprichwort. Rose ging in seiner Ansprache der Frage nach, ob es einen gerechten Krieg geben könne und wie das mit dem christlichen Gebot der Friedfertigkeit zu vereinbaren sei. „Tatsächlich“, gestützt vom 2. Vatikanischen Konzil und Aussagen der Deutschen Bischofskonferenz, erklärte Rose, dass „jeder, der seinen Dienst zur Sicherung des Friedens gewissenhaft erfüllt, Achtung verdient. Allerdings“, erklärte Rose „darf der Einsatz von Gewalt nur das letzte Mittel sein und nur dann eingesetzt werden, wenn menschliches Leid verhindert werden soll.“