Rainer Maria Kardinal Woelki. Foto: Reiner Diart / Erzbistum Köln

Trotz hoher Austrittszahlen ruft der Kölner Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki an Pfingsten zu einem selbstbewussten Glauben auf. „Am Pfingstfest geht es ans Eingemachte“, erklärte der Kardinal am Pfingstsonntag in einer Predigt im Kölner Dom. Das Gründungsfest der Kirche erinnere Christen an ihre Identität. Gleichzeitig fehle einigen Christen der Glaube an kirchlichen Aufbruch. „Wer da von Wachstum spricht, wird schnell als Träumer abgetan“, so der Kardinal weiter.
Die Bibel berichte noch von Zeiten, in denen Hunderte und Tausende an einem einzigen Tag vom Heiligen Geist beseelt den christlichen Glauben annahmen. Woelki fragte, welche Wirkung solche Zahlen heute hätten. „Was glauben wir eigentlich? Etwa, dass der Heilige Geist nur damals so etwas wirken konnte? Oder trauen wir ihm heute Ähnliches zu?“

Kardinal Woelki: Dem Heiligen Geist heute wieder mehr zutrauen
Der Heilige Geist wirke für den Kardinal heute noch so wie damals: „Allerdings erwartet er, dass wir ihm das auch glauben und zutrauen.“ In der Kirche sei jedenfalls Bewegung erkennbar. Etwa in Frankreich steige die Zahl der Erwachsenentaufen. „In diesem Jahr gab es eine Rekordzahl von 21.386 Neugetauften“, so der Kardinal. „Auch bei uns im Erzbistum gibt es eine hohe Zahl von Erwachsenentaufen – übrigens die höchste in ganz Deutschland.“
Der Kardinal verwies zudem auf neue evangelisierende Projekte im Erzbistum, die sich an der Arbeit der anglikanischen Kirche in London orientierten. Dort zeige sich seit Jahren ein Aufbruch, mit einer wachsenden Zahl von Neubekehrten und neu gegründeten Gemeinden. „Sie gründen dort neue Gemeinden, wo nichts mehr war. Church Planting nennen sie das“, berichtete der Kardinal. „Wir haben versucht, von ihnen zu lernen, insbesondere von ihrem Glauben und ihrem Vertrauen in den Heiligen Geist.“
Im Sinne dieser Wirkkraft des Heiligen Geistes sei das Erzbistum selbst auf einem neuen missionarischen Weg. „Auch wir konnten bereits neue Gemeinden gründen und beten um Wachstum und Neuaufbrüche“, so Woelki.